Menü Schließen

Respektlose Kinderwunsch-Profis

Wie gehen die Menschen mit Dir und Deinem Kinderwunsch um?

Diese Frage interessiert mich wirklich! Momentan recherchiere ich ziemlich viel, welche Unterstützungsmöglichkeiten es eigentlich im Jahre 2022 so gibt für Menschen mit einem unerfüllten Kinderwunsch.

Und ja, da tummeln sich viele Coaches etc. mittlerweile, was ja auch toll ist. Kiwu-Kliniken präsentieren sich auf Instagram, es gibt unzählige Online-Kurse, Podcasts lassen uns in die Welten ehemals Betroffener lauschen und auf YouTube finden wir auch alles, was wir (nicht) suchen. 😉 Alles fein, solange es Euch gut tut. Oder?

Doch was, wenn jemand Grenzen überschreitet?

Worüber ich mich erst gestern wirklich, wirklich, wirklich hart aufgeregt habe, war ein Video von einem Arzt, der über Möglichkeiten der immunologischen Abklärung in der Kinderwunsch-Diagnostik sprach. Es wurde erläutert, was frau alles tun könnte, um den Körper möglichst fit für die Empfängnis und eine Schwangerschaft zu machen. Rauchen z.B. sei ein absolutes No-Go, das dürfte uns ja tatsächlich allen klar sein und ich bin ganz bei ihm. Er nannte aber auch das Beispiel einer jungen Frau mit unreiner Haut und einigen Kilo zu viel auf den Rippen und erzählte von seiner Reaktion auf ihre Behandlungs-Anfrage: „Herzilein, das können wir alles machen, aber….“

HERZILEIN?????????? Sagt mal, meine Damen: sprechen manche „Helfer“ tatsächlich so mit Euch oder wollte dieser Herr Doktor einfach nur sehr lässig sein? Es war nicht „nur“ dieses eine Wort als Beschreibung für eine erwachsene Frau, das Video ging durchaus so weiter. Aber das erspare ich uns jetzt einfach…

Habt Ihr eigene Erfahrung in diese Richtung?

Wie respektvoll wird mit Euch umgegangen? Mit Euch als Person, die einen unerfüllten Kinderwunsch versucht zu realisieren. Allein oder mit PartnerIn. Jünger oder älter. Dicker oder dünner. Mit oder ohne diagnostische Befunde… ganz egal. Schreibt mir gerne von Euren Erfahrungen und ich werde versuchen, Euch im KiWu-Club eine Plattform zu bauen, auf der Ihr Euch austauschen, stärken und gegenseitig helfen könnt. Denn „Herzilein…“, das geht gar nicht.

Welche Sätze haben Euch schon sehr hart getroffen und welche Worte berührten Euch auf wirklich gute und unterstützende Art und Weise? Hängt Euch noch was nach und wenn ja, wie geht Ihr damit um?

ICH MÖCHTE NICHT, …

… dass Ihr schweren Ballast aus der Kinderwunsch-Zeit ins spätere Leben mitnehmen müsst, nur weil andere etwas sagen, das viel kaputt macht. Die Kinderwunsch-Zeit ist eine Phase, die viele von Euch sehr früh überrascht. Ihr seid noch jung und es werden weitere Phasen kommen. Viele viele gute und ein paar anstrengende. So ist das Leben und es wird immer Menschen geben, die für Euch da sind.

Es werden aber auch immer Leute Euren Weg kreuzen, die gar nicht passen. Diese „Krafträuber“ zu erkennen, ihnen Einhalt zu gebieten und in ihre Schranken zu verweisen. DAS ist eine für das ganze Leben sehr hilfreiche Kunst, die Gold wert ist.

Mensch, war ich sauer gestern! 

Ich könnte jetzt noch ewig weiter schreiben, weil ich mich immer noch so ärgere über herablassende Bewertungen von Frauen, die sich „einfach nur“ ein Baby wünschen und 1000 Löffel mit Weisheiten anderer vor das Gesicht gehalten bekommen… Wieso darf nicht jede ihren eigenen Weg gehen, sich maßgeschneiderte, freundliche und respektvolle Unterstützung holen und sich darauf verlassen können, auf Augenhöhe angenommen zu werden?!

Zu allem anderen sage ich: „Nein!…… Danke (kann nicht anders, bin zu gut erzogen)“.

Ich drück Euch mal ganz fest und bin gespannt auf Eure Geschichten.

Ich weiß, Ihr veranstaltet kein Bashing und bleibt respektvoll. Aber ich möchte, dass Ihr wisst: Die Wut kann auch höflich UND ehrlich rausgelassen werden. Legt los, meine Damen!

Eure Stefanie

PS: Männer sind natürlich wie immer mit gemeint. Auch Ihr seid herzlich eingeladen, Eure Geschichten kund zu tun.

 

Schnupperstunde buchen

 

Bild von DivvyPixel auf Pixabay

Kiwu-ClubGratis-Mitgliedschaft für Dich
  • 22 Artikel, Audios für unterwegs
  • Kiwu-Yoga, Ernährungsseminare
  • Schwarzes Brett zum Austausch

4 Kommentare

  1. Angelika

    Bei mir war es kein Profi, sondern eine eigentlich gute Freundin, die selber gerne ein Kind hätte, ihr Freund (On-Off) es ihr aber verwehrt. Sie wird seit 9 Jahren 29 Jahre alt und hat mich letztens darauf hingewiesen, dass ich so wie sie (ich bin jetzt 35) sowieso bald in die Wechseljahre komme und mir ein Kind abschminken kann. Ich war anfangs baff über ihre Aussage, habe dann nur darauf erwidert „Der Unterschied ist, dass wir es wenigstens versuchen“. Wir versuchen es jetzt seit 2 Jahren, mein Freund ist gesund, ich bin gesund. Der Grund liegt sicher im Kopf und darum sind solche Aussagen nicht förderlich. Und respektlos. Lasst euch nicht unterkriegen und seht nach vorne. Danke für deine tollen Beiträge, Stefanie.

    • stefaniestolle

      Liebe Angelika,

      ja, das ist in schweren Zeiten oft ein Dilemma mit engen Freunden. Wenn man sich öffnet, ist nie ganz sicher, welchen Rucksack mit Lebensthemen das Gegenüber gerade mit sich herum trägt und was man deshalb zurück bekommt…

      Mit 29 weiß man es halt noch nicht besser, auch wenn man es schon seit einem knappen Jahrzehnt ist… 😉

      Gut, dass Du Dich nicht unterkriegen lässt und nach vorne schaust. Da gibt es bestimmt auch viel Schönes, das auf Dich wartet. Ich drücke Dir die Daumen!

      Alles Liebe,
      Deine Stefanie

  2. Maria

    Wir waren in einem Kinderwunschzentrum. Meine Endometriose war frisch diagnostiziert und man hatte mir gesagt, dass man alle Herde entfernt hätte. Als es dennoch mit der nächsten Periode zu Problemen kam bin ich verzweifelt nochmal zum Kinderwunschzentrum gefahren. Unsere behandelnde Ärztin war im Urlaub, daher mussten wir zu ihrer Vertretung. Die fragte, was ich denn erwartet hätte, was mit Endometriose passieren würde und warum ich so ein Theater machen würde. Als ich ihr sagte, dass ich mittlerweile psychisch richtig angeschlagen sei durch den ganzen Ärztemarathon inkl. (Verdachts-)Diagnosen, sagte sie, sie würde mir jetzt sofort eine Pille für Endometriose-Patientinnen verschreiben, denn „psychisch labil wie ich sei könne man nicht schwanger werden.“

    • stefaniestolle

      Liebe Maria,

      es tut mir wirklich immer soooo leid, die Geschichten „meiner“ Frauen mit Endometriose zu hören und zu lesen. Ihr habt oft einen dermaßen langen Weg hinter Euch, bis Ihr sinnvolle Diagnosen erhaltet, es ist nicht verwunderlich, sich da „psychisch richtig angeschlagen“ zu fühlen und es auch zu sein. Umso weniger hilft es, von vermutlich nicht Endo-Betroffenen in Schubladen gesteckt zu werden.

      Ich hoffe sehr, dass die Erkrankung heute weniger Probleme macht und keine neuen Herde entstanden sind? Dafür drücke ich ganz fest die Daumen. Wenn Du gute Tipps hast in punkto Endometriose, kannst Du mir gerne eine Email schreiben. Aus eigener Erfahrung kann ich hier nicht sprechen, aber ich kann dafür sorgen, dass im Kiwu-Club alle Betroffenen gute Infos von Gleichgesinnten erhalten, um möglichst schnelle und qualitativ hochwertige Unterstützung zu erhalten.

      Danke für Deine ehrlichen Worte und ich wünsche Dir in Zukunft nur noch nette Leute um Dich herum!!! 🙂

      Alles Liebe,
      Stefanie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.