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Der Mann und sein unerfüllter Kinderwunsch

Im Januar bekam ich eine Email von Matthias, über die ich mich sehr freute. Er fragte, ob der KiWu-Club denn auch für die Männer da sei, denn ihn berühre das Thema – und auch die Geschichten am schwarzen Brett – sehr. Matthias schrieb: *

*„Lesen die Männer der anderen Frauen auch mit? Glücklicherweise konnte ich noch kein Zugangsverbot für Männer bei Euch finden.“

Liebe Männer, das gibt es auch nicht und für mich ist es im Jahre 2022 selbstverständlich, dass auch Ihr von Eurem Kinderwunsch berührt seid. Eure Partnerinnen und Ihr plant, Eltern zu werden und nach der ersten Euphorie, vermutlich viel gutem und lustigem Sex und einer fröhlichen Frau heißt es plötzlich „Warum klappt das denn nicht bei uns?“! (Ja, meist sprechen wir im Club zu den Frauen, aber Ihr seid natürlich mit gemeint. 😉)

*„Am Anfang dachten wir, es sollte (…) kein Problem sein, aber leider ist es nicht so. Wer jetzt denkt „ein Mann kann doch nie so empfinden wie eine Frau bei unerfülltem Kinderwunsch“, dem muss ich voll widersprechen.“

Dem können wir vermutlich alle widersprechen! Natürlich empfindet ein Mann – ebenso wie eine Frau – starke Emotionen während der Kinderwunsch-Zeit. Ich wage einfach mal zu behaupten, es sind nicht immer zur gleichen Zeit die selben Emotionen, aber ja: auch Männer fühlen. Und das ist gut so.

*„In unserer Welt ist einiges vorgegeben. Der Mann ist ein richtiger Kerl und die Frau bekommt die Kinder und ist Mutter. (…) Und dann passiert es, der Kinderwunsch bleibt unerfüllt.“

Was meint Ihr, liegt nicht auch ein Teil (!) des Problems bei einem unerfüllten Kinderwunsch darin begründet, DASS unsere Gesellschaft so etwas vorgibt? Erwartet, dass eine Frau Kinder zu bekommen hat? Dass ein „echter Kerl“ seiner Frau zu genau dieser Aufgabe verhilft? Dass die beiden verheiratet sind (sonst zahlt die Krankenkasse keine Behandlungen!), eine große Hochzeitsfeier schmeißen, in einem schönen Haus auf dem Land oder einer coolen Wohnung in der Stadt wohnen, viel Sport machen und auf die Ernährung achten, tausend Freunde haben, mit denen sie die tollsten Dinge erleben, ständig in Urlaub oder zum Wellnessen fahren, sich abends verliebt bei einem Glas teuerstem Rotwein auf der Couch in die Augen schauen, bevor….. zwinkizwonki… 😉

Halt! Ich schweife ab!

Was genau ist gleich nochmal in unserer Welt vorgegeben und wer stellt diese Regeln eigentlich auf? Habe ich da eben das echte Leben wiedergegeben oder einen Werbe-Clip für Bausparverträge von der Sparkasse? Tja, DAS – meine Lieben – ist die große Frage!

Wer darf Euch – Männern und Frauen – erzählen, wann es bei Euch „so weit“ zu sein hat und wie Ihr Euch fühlen müsst, wenn es nicht so einfach klappt? Wie sehr lasst Ihr Euch davon beeinflussen? (Das interessiert mich wirklich und Ihr könnt gerne unter diesem Artikel kommentieren, wie es Euch damit geht.)

*„Beim Sex kann der Mann alles geben, da ist auch ein Mann am Kinderwunsch voll beteiligt. Und dann? Man(n) wird zur Randfigur (…).“

Es stimmt, manche „Rollen“ sind irgendwie zugeschrieben. Eine Lehrerin kann sich nicht einfach auf den Boden werfen, nur weil sie keine Lust mehr auf Mathe hat und ein Mann kann zu einer Kinderwunsch-Behandlung physisch nicht viel mehr als sein Sperma beisteuern. Blöd, aber ist halt so.

Den Mann hier per se als Randfigur zu bezeichnen… Ich glaube, das wird seiner Rolle nicht gerecht. Na klar fühlt es sich vielleicht merkwürdig an, seiner Frau „nur“ Frühstück ans Bett bringen zu können am Tag nach der Punktion, statt als Ritter auf dem edlen Pferd zur Rettung zu nahen. Aber gleichzeitig tut ihr ein warmer Tee und eine liebevoll zubereitete Marmeladensemmel (wir sind hier in Bayern!) sehr gut. Dem Mann zuzuschauen, wie sein Hengst vor lauter Eifer über einen Stock stolpert und der Göttergatte in hohem Bogen samt Schwert ins Gebüsch fällt… das darauf folgende Lachen wäre nach dem Eingriff nicht sonderlich angenehm. Nein, im Ernst…

… die kleinsten Gesten haben manchmal die größte Wirkung.

Deshalb, lieber Mann: Du bist keine Randfigur, sondern hast das Zeug zum Fels in der Brandung. Das bedeutet nicht, dass Du immer stark sein musst. Manchmal wird so ein Fels gehörig unter Wasser gesetzt, an anderen Tagen kann man sich auf ihm wunderbar sonnen und die Seele wärmen.

Beim Thema Kinderwunsch – und auch sonst im Leben – sind alle Beteiligten wichtig, die bereit sind, Verantwortung und Sorge mit zu übernehmen. Die wissen, wann es Zeit ist, anzupacken und wann sie für Ruhe und Erholung sorgen sollten. Die sich nicht zu schade sind, Aufwand in kleine Glücksmomente zu stecken, statt nur die großen Partys im Fokus zu haben.

„Ich habe Angst, dass meine Frau kaputt geht!“

Das hat nicht Matthias geschrieben. Das sagt Ihr ganz oft, wenn Ihr zusammen zu mir ins Gespräch kommt. Eure Frauen schauen Euch dann oft ganz verwundert an, stocken kurz, bekommen einen sehr warmen Blick und dann kullern oft die Tränen oder Ihr umarmt Euch. Es ist so schön, das zu sehen und ich wünsche Euch allen ganz viele Momente wie diese in Eurem Alltag.

Macht Euch ein schönes Leben.

Das geht jetzt, wenn (noch) kein Kind da ist. Das geht mit Kind(ern). Und es geht auch, wenn ein Paar sein Leben zu zweit verbringt. Aus welchem Grund auch immer. Wichtig ist, dass Ihr gar nicht aufhört, Euer Leben zu vernachlässigen. Und falls es doch passiert, dann holt es wieder raus, staubt es ab und kümmert Euch gut darum.

Was, wenn Ihr das nicht schafft?

Dann unterstützen wir Euch dabei. Manchmal hilft es schon, sich zusammen zu überlegen, was möglich wäre und wo die Hürde zu hoch ist, um sie zu erklimmen. Sprecht mit einem Menschen, der Euren Gefühlen neutral gegenüber stehen kann, weil er selbst nicht involviert war bisher. Der mit klarem Blick auch Euch zu etwas mehr Klarheit verhelfen kann.

Und wenn ein Gespräch zu dritt ein bisschen „too much“ ist im Moment, vielleicht wäre eine Gruppe im Club das richtige?! „Ein starkes Paar bleiben“ und sich in einer Gruppe Gleichgesinnter inspirieren lassen, wie das gehen könnte. Das wäre doch was, oder?

Hier findet Ihr unsere Gruppenangebote, vielleicht ist ja was passendes für Euch dabei.

*„Leider ist im Internet das Thema Kinderwunsch nur Frauensache, bis jetzt habe ich noch keinen Raum für Männer gefunden.“

Lieber Matthias, liebe Alle: genau das möchte ich so gerne ändern mit meinem KiWu-Club. Alle sollen sich wohl fühlen und Raum für ihre eigenen, ganz persönlichen Themen bekommen. Fragen sollen beantwortet werden. Kummer findet Trost. Und Gleichgesinnte zueinander. Denn zusammen sind wir so viel stärker!

In diesem Sinne: passt gut auf Euch auf, macht es Euch schön und sucht Euch Eure Rollen selber aus.

Ich freue mich, Euch alle bald (mal wieder) zu sehen.

Alles Liebe,

Eure Stefanie

 

 

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